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Atypischer Gesichtsschmerz / anhaltender, idiopathischer Gesichtsschmerz

Definition

Der atypische Gesichtsschmerz, auch anhaltender, idiopathischer Gesichtsschmerz genannt, ist eine Ausschlussdiagnose, die bereits vor ca. 90 Jahren eingeführt wurde, um eine Unterscheidungsmöglichkeit zwischen der Trigeminusneuralgie und anderen schweren Schmerzformen im Schädel – Gesicht – Bereich zu haben. Es müssen somit alle anderen Ursachen eines Schmerzsyndromes im Gesicht ausgeschlossen werden.

Im Gegensatz zur Trigeminusneuralgie (auch typischer Gesichtsschmerz genannt) liegt hier ein vorwiegend dumpf-drückender kontinuierlicher Schmerzcharakter vor, wobei die typischen Grenzen der einzelnen Gesichtsnerven oft überschritten werden.

Oft liegt auch eine Ausstrahlung auf die Gegenseite des Gesichtes vor, was bei der Trigeminusneuralgie typischerweise nicht zu beobachten ist.

Beim atypischen Gesichtsschmerz sind überwiegend Frauen im mittleren Lebensalter betroffen. Bei Betroffenen werden gehäuft auch eine depressive Verstimmung und Ängstlichkeit gefunden. Die Ursache ist noch nicht eindeutig geklärt – es werden körperliche und seelische Ursachen als Auslöser (Schmerzen nach Operationen, Nervenverletzungen, seelische Ursachen, Teil von Ganzkörperschmerzen) vermutet.

Entsprechend den offiziellen Diagnosekriterien der International Headache Society, IHS 1988) werden folgende Kriterien zur Diagnosestellung gefordert:

  • Keine organische Ursache nachweisbar
  • Täglich auftretender Schmerz, der den größten Teil des Tages vorhanden ist
  • Schmerz ist meist einseitig in einem umschriebenen Gebiet lokalisiert
  • Dumpf-drückender Schmerzcharakter
  • Keine Hautgefühlstörungen oder ähnliche neurologischen Defizite vorhanden
  • Apparative Nerven – Untersuchungen des Gesichtsbereiches sind unauffällig

Der atypische Gesichtsschmerz kann im Verlauf auch die Seite wechseln oder auch beidseitig auftreten, wobei der Schmerz oft im Bereich des Oberkiefers, des Auges, der Nase und der Stirn lokalisiert ist. Nachts sind die Betroffenen meist verschont, wobei der Schmerz meist nicht die Nachtruhe stört.

Die Schmerztherapie des atypischen Gesichtsschmerzes ist hochindividuell und ist nur dann erfolgreich, wenn sie der individuellen Situation ganz speziell angepasst und gerecht wird. Eine alleinige medikamentöse Therapie ist in der Regel nicht hilfreich, so dass eine individualisierte Kombination unterschiedlicher und bewährter Behandlungsmethoden erforderlich ist, um hier weiterzukommen und um dem Patienten zu helfen.

Nachdem die hierbei erfolgreichen Therapiemethoden gleichzeitig und individualisiert abgestimmt aufeinander eingesetzt werden müssen, um einen optimalen Erfolg zu garantieren, ist in der Regel hier eine spezielle Einrichtung mit Erfahrung in der Behandlung dieser sehr speziellen Schmerzkrankheit, wie der Schmerzklinik am Arkauwald in Bad Mergentheim erforderlich, um den betroffenen Patienten weiterzuhelfen zu können.